Das halal Siegel

Es gibt für zahlreiche Bedürfnisse, Erwartungen und Kriterien Label, Siegel und Zertifikate in der Lebensmittelindustrie. So gibt es beispielsweise für „Bio-Produkte“ Siegel wie Naturland, Bioland, EU-Biosiegel, Deutsches-Biosiegel oder Biopark. Jedes dieser Siegel unterliegt verschiedenen Standards, sodass erst eine genaue Recherche notwendig ist, um herauszufinden was im jeweiligen Fall „Bio“ bedeutet. Ähnliche Herausforderungen gibt es bei halal Siegeln. Welche diese sind und wie man damit umgehen könnte, besprechen wir hier. 

Es ist ein bekanntes Problem in der muslimischen Community. Beim wöchentlichen Einkauf im Supermarkt gibt es immer wieder die Frage welches der verschiedenen Produkte halal ist. Für viele, die zumindest grundsätzlich darauf achten, ist es wichtig ein Produkt mit halal Label zu kaufen. Und genau da beginnt das Dilemma. Zahlreiche Produkte sind mit einem „Siegel“ bedruckt, das in etwa so aussieht wie auf dem nebenstehendem Bild. Für viele Konsumenten ist das Sicherheit genug, um das entsprechende Produkt zu kaufen. Und tatsächlich ist es so, dass auf der Rückseite einiger Lebensmittel dann eine Information hinterlegt ist, die angibt, von welchem Prüfinstitut das entsprechende Produkt zertifiziert wurde. Dieser Fall tritt jedoch eher selten auf. Tatsächlich handelt es sich bei dem vermeintlichen „Siegel“ lediglich um das Wort „halal“ in arabischen Buchstaben. „Es sieht arabisch aus, also wird es vermutlich auch ‚islamisch‘ sein“ scheint hier die natürliche Denkweise zu sein. Diese ist leider falsch.

So gab es in Vergangenheit sehr bekannte Fleischproduzenten, die aufgrund zahlreicher Hygiene- und weiterer Skandale eine enorme Medienpräsenz aufweisen konnten. Abgesehen davon, dass diese Produzenten sich nicht an Standards zum Wohl der Tiere oder Hygienestandards gehalten haben, wurden für lange Zeit zahlreiche Produkte mit einem halal Siegel verkauft. In diesem Fall gehörten zu diesem Siegel sogar Zertifikate eines Prüfinstituts. Genau so ist von zahlreichen Herstellern bekannt, dass diese jedes Produkt aus Geflügel-, Lamm- oder Rindfleisch grundsätzlich als „halal“ kategorisieren. Es ist richtig, dass Geflügel für Muslime halal ist, doch erinnert man sich an die Regeln der halal Schlachtung, dann werden wissen, dass ein grundsätzlich erlaubtes Tier durch die falsche Schlachtung nicht mehr halal sein kann. Die hier erläuterten Beispiele lehren uns Einiges, das wir in unser Konsumverhalten integrieren sollten

Take aways

  • Wo „halal“ draufsteht, ist nicht zwangsläufig „halal“ drin – auch nicht, wenn es auf „arabisch“ steht.
  • Wo „halal“ draufsteht, sollte zumindest auf der Rückseite eines Produkts ein Zertifikat oder Prüfinstitut hinterlegt sein.
  • Bevor man ein Lebensmittel konsumiert, kann es helfen den Kundenservice des Produzenten zu kontaktieren, um Informationen über eine tatsächliche halal Zertifizierung zu erhalten.

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