Halal gleich Koscher?

Klären wir den Mythos!

Für viele Menschen sind zahlreiche Traditionen, Bräuche, Regeln und Standards aus unterschiedlichen Religionen schwer unterscheidbar. Das ist nachvollziehbar, da sich die Buchreligionen in zahlreichen Aspekten ähneln, jedoch eher wenig im Bewusstsein der Menschen sind. So ist es auch bei halal. Sehr oft wird der Begriff halal und seine dazugehörigen Regeln mit dem koscher aus dem Judentum verwechselt oder gleichgesetzt. Was halal und koscher miteinander zu tun haben, wo die Unterschiede liegen und was es sonst so für Besonderheiten gibt, wollen wir hier klären.

Dass halal ein universales Konzept im Islam ist und auf nahezu alle Lebensbereiche anwendbar ist, hatten wir bereits in unserer Halal Intro detailliert erläutert. Spricht man jedoch mit Menschen verschiedener Kulturen und Religionen wird der halal Begriff oft mit koscher gleichgesetzt. Vor dem Hintergrund, dass sowohl das Judentum, als auch der Islam eine Buchreligion sind und die Tora genau so wie der Koran das Wort Gottes ist, lässt es sich auch einfach nachvollziehen, wenn es große Überschneidungen zwischen den beiden Konzepten gibt.

Koscher bezieht sich auf die allgemeinen jüdischen Speisegesetze – Kaschrut. Lebensmittel und Speisen, die diesen Gesetzen entsprechen, werden als koscher bezeichnet, alle anderen als nicht-koscher. Diese Definition finden wir auch im Islam mit halal und haram wieder. Nach der Kaschrut wird, wie auch im Islam mit halal und haram, zwischen koscheren und nicht koscheren Tieren unterschieden. Demnach sind nur solche Tiere koscher, die zweigespaltene Hufen haben und Wiederkäuer sind. Geflügel darf nur verzehrt werden, wenn es sich um ein domestiziertes Tier und keinen Raubvogel handelt. Wasserlebende Tiere müssen Flossen und Schuppen haben, um koscher zu sein. Tora und Koran, sowie die aus den Büchern abgeleiteten Gesetze, bieten bei beiden Religionen eine „Liste“ an Tieren, die erlaubt und damit halal oder koscher sind. Damit ist es jedoch nicht getan. Wie auch im Islam, gibt es im Judentum spezielle Vorschriften Tiere zu schlachten. Die Kaschrut und islamische Speisegesetzte, basierend auf Tora und Koran, übereinstimmen in dem Verbot Blut oder bluthaltiges zu konsumieren. Aus diesem Grund müssen im Judentum Tiere geschächtet werden. Weiterhin muss das Fleisch vor dem Verzehr gewässert, gesalzen und gespült werden, um letzte Blutreste zu entziehen.

Bis hierhin sind sich halal und koscher mit geringen Unterschieden sehr ähnlich. Was in der Kaschrut jedoch anders geregelt ist, als bei islamischen Speisegesetzen ist die nachfolgende Thematik. In der Kaschrut wird zwischen fleischigen, milchigen und parve Lebensmitteln unterschieden. Es ist nicht gestattet fleischige und milchige Lebensmittel gleichzeitig zu konsumieren. Die dritte Kategorie – parve – gilt als neutral und kann mit den anderen beiden Kategorien kombiniert werden. Es handelt sich beispielsweise um Obst und Gemüse oder Eier und Getreideprodukte. Fleischige und milchige Speisen dürfen nur in einem zeitlichen Abstand verzehrt werden. Gleichzeitig dürfen beispielsweise milchige Produkte nicht auf fleischigem Geschirr serviert werden, sodass nicht nur zwischen den Lebensmitteln und Speisen, sondern auch beim Geschirr unterschieden wird.

Natürlich gibt es sowohl im Islam, als auch dem Judentum zahlreiche Sonderregelungen oder Ausnahmen, die in diesem Übersichtsartikel nicht detailliert erörtert werden sollen. Genau so gibt es aber auch im Judentum eine Zertifizierung von koscher Produkten. Letztlich sollte noch gesagt sein, dass es, wie auch im Islam, bei Juden, verschiedene Richtungen gibt, die die Speisegesetze unterschiedlich auslegen und genau so unterschiedlich streng einhalten.

Für eine detaillierte Übersicht zwischen Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen halal und koscher, hat die Jüdische Gemeinde Marburg eine Gegenüberstellung zahlreicher Aspekte vorgenommen.

Take aways

  • Der Islam und das Judentum haben bei ihren Speisegesetzen große Überschneidungen und Ähnlichkeiten
  • Bei beiden Religionen werden sowohl die Art der Lebensmittel, als auch der Herstellungsprozess in halal und haram sowie koscher und nicht-koscher kategorisiert
  • Ähnlich heißt jedoch nicht gleich. Beide Speisegesetzen haben immer noch zahlreiche Unterschiede

Interesting fact

  • Während im Islam auch das Fleisch, gejagter Tiere, konsumiert werden darf, ist dies im Judentum strengstens verboten
  • Bei der Jagd müssen Muslime den Abschuss des Pfeils oder der Patrone dennoch im Namen Gottes durchführen, damit das Fleisch des erlegten Tieres halal bleibt.

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