Zahlreiche Produkte oder Dienstleistungen im alltäglichen Leben werden durch Prüfinstitute wie zum Beispiel TÜV, Dekra oder die Stiftung Warentest auf bestimmte Qualitäts- oder Sicherheitskriterien hin überprüft, ausgiebig getestet und bei Erfüllung der notwendigen Kriterien zertifiziert. Da es dem einzelnen Konsumenten in der Regel nicht möglich ist zu überprüfen auf welche Weise Lebensmittelproduzenten ihre Produkte herstellen oder Restaurants ihre Speisen zubereiten gibt es auch für diesen Zweck Prüfinstitute. Diese überprüfen den gesamten Herstellungsprozess einer Speise oder eines Lebensmittels nach festgesetzten Kriterien. Werden alle Kriterien erfüllt, wird der Produzent zertifiziert und das Produkt erhält das Siegel des entsprechenden Prüfinstituts. Aus dem Alltag sind uns beispielsweise diverse Bio-Siegel oder Zertifizierungen für Fair Trade bekannt. Doch auch für den Prozess Lebensmittel herzustellen, die halal sind, gibt es zahlreiche Prüfinstitute mit diversen halal Siegeln.

Da sich die technologischen Möglichkeiten zur Fleisch- und Lebensmittelproduktion seit der Zeit der Entstehung des Islams stark verändert haben, gibt es von Seiten der islamischen Rechtsgelehrten und damit auch bei den unterschiedlichen Prüfinstituten verschiedene Ansichten bezüglich der vielen Facetten heutiger Lebensmittelproduktionen. Aus diesem Grund ist es wichtig die Kriterien der Prüfinstitute zu kennen und mit den eigenen individuellen Bedürfnissen abzugleichen. Hat man ein Prüfinstitut gefunden, deren Kriterien den eigenen entsprechen, kann man Produkte mit den entsprechenden Siegeln konsumieren. In den nachfolgenden Ausführungen soll beispielhaft ein Kriterienkatalog zur halal Fleischproduktion dargestellt werden. Für Fleisch, das als halal zertifiziert werden soll, kann man sich beispielsweise an dem Kriterienkatalog der Europäischen Halal Zertifizierungsstelle orientieren. Nach diesem

  • muss im Namen Allah’s geschlachtet werden
  • dürfen nur halal Tiere geschlachtet werden
  • muss die schlachtende Person (mit einer Ausnahme) muslimisch sein
  • muss das Tier während der Schlachtung lebendig sein
  • dürfen Betäubungen zur Vermeidung von Schmerzen verwendet werden. Das Tier darf jedoch nicht durch die Betäubung oder anderweitig vor dem Schnitt sterben
  • darf das Tier niemals gequält oder Leiden ausgesetzt werden
  • sollte ein Transport zum Schlachthaus bestmöglich schonend durchgeführt werden
  • sollten das Messer sehr scharf sein, um den Schnitt schnell und sauber durchzuführen
  • sollte dem Tier während des Schlachtens nicht der Hals gebrochen werden
  • muss das Tier ausbluten

Die islamische Schlachtung ist beendet, wenn die Luft- und Speiseröhre und beide Schlagadern unterhalb des Kehlkopfes schnell durchtrennt sind. Es sind jedoch mindestens drei der vier genannten Stellen durchzuschneiden. Als Orientierung zum Umgang mit dem Tier vor, während und nach der Schlachtung kann eine Überlieferung des Propheten Muhammed (s) herangezogen werden: „Wer (dem Lebewesen gegenüber) sich unbarmherzig verhält, der wird (von Allah ta‘ala) keine Gnade erfahren.“ (Al-Buchari)

Halal ist ein universelles Konzept, das ein breites Spektrum von der Haltung des Tieres bis hin zur Verarbeitung zu Produkten abdeckt. Da die Idee von halal ein so tief greifendes und breites Gebiet abdeckt, wird der nächste Artikel alle wichtigen Aspekte zum Herstellungs- und Verarbeitungsprozess eines halal Lebensmittels beleuchten.