Wie wir bereits bei der Definition von halal ausgeführt haben, bestimmen halal und haram den Rahmen, in dem sich Muslime bewegen. Dieser lässt sich auch auf Lebensmittel anwenden und soll deshalb im Folgenden etwas näher betrachtet werden. Als Grundlage für die Beurteilung von Lebensmitteln als erlaubt (halal) und verboten (haram) werden drei Quellen herangezogen:

  • Der Koran und damit die Gebote und Verbote Gottes
  • Die Sunnah des Propheten Muhammed (Frieden und Segen sei mit ihm)
  • Die Rechtssprüche (Fatwa) islamischer Rechtsgelehrter

Im Koran heißt es: „O ihr Menschen, esst von dem, was es auf der Erde gibt, sofern es erlaubt und genießbar ist! Folgt nicht der Verführung des Teufels! Er ist euer offenkundiger Erzfeind.“ (Sure Baqarah, Vers 168). Muslime werden mit diesem Vers im Koran darauf hingewiesen, dass das Konzept von halal und haram grundsätzlich auch für ihre Ernährung gilt. In der heutigen Zeit, die geprägt von einer komplexen Lebensmittelindustrie ist, wäre es nahezu unmöglich eine Liste mit allen erlaubten und verbotenen Produkten und Zusatzstoffen zu erstellen und kontinuierlich zu aktualisieren. Nichtsdestotrotz ist es möglich mit Hilfe der Sure Baqarah, Vers 173 im Koran Dinge zu bestimmen, die nicht konsumiert werden dürfen „Verboten hat Er euch, tote Tiere zu essen, sowie Blut, Schweinefleisch und Tiere, die anderen Gottheiten außer Gott geweiht wurden. Wer aber in der Not davon isst, ohne zu übertreiben oder eine böse Absicht zu hegen, der bürdet sich keine Schuld auf. Gott ist voller Vergebung und Barmherzigkeit.“ Daraus lässt sich ableiten, dass folgende Dinge ausdrücklich als nicht erlaubt kategorisiert werden:

  • Schweinefleisch
  • Blut
  • Natürlich verstorbene Tiere
  • Tot geborene Tiere
  • Fleisch von Tieren, deren Schlachtung nicht im Namen Allahs durchgeführt worden ist

Abgesehen von der grundsätzlichen Kategorisierung in erlaubt und verboten, müssen zwei Prozesse betrachtet werden, die bereits im genannten Koranvers hervorgehoben werden und eine maßgebliche Rolle dabei spielen, ob bestimmte Lebensmittel von Muslimen konsumiert werden dürfen:

  • Die Schlachtung von Tieren
  • Die Herstellungs– & Verarbeitungsprozesse

So spielen beispielsweise heute bei industriellen Herstellungsprozessen von Lebensmitteln alkoholhaltige Lebensmittellzusätze eine wichtige Rolle. Auf diese Weise können Lebensmittel, die im Grundsatz erlaubt sind durch den Alkoholzusatz verboten sein. Welche Regeln beim Schlachten von Tieren beachtet werden müssen, um halal Fleisch zu produzieren und die Kriterien zu halal Herstellungsprozessen findet Ihr im nächsten Abschnitt Halal in Europa.